

Baby Philodendron plowmanii
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Beschreibung
Über Philodendron plowmanii
Philodendron plowmanii gehört zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae) und zählt zu den gesuchten Kriechphilodendren für Sammlungen. Botanisch ist die Art eine Besonderheit: Sie ist bis heute nicht formell wissenschaftlich beschrieben, sondern trägt einen vorläufigen Manuskriptnamen (dazu unten mehr). Ihr Markenzeichen sind großformatige, herzförmig bis lang-oval geformte Blätter mit halbglänzender, tief gesteppter Oberfläche und die auffällig gerüschten, geflügelten Blattstiele. Statt zu klettern, breitet sich die Pflanze mit einem kriechenden Stamm flach über den Boden aus. Zur Zielgruppe machen die Quellen widersprüchliche Angaben: Ein Teil beschreibt die Art als robust und anfängertauglich, ein anderer betont die skulpturale Wirkung adulter Exemplare und die Nachfrage unter fortgeschrittenen Sammlern. Sie eignet sich damit sowohl für ambitionierte Einsteiger als auch für erfahrene Aroid-Liebhaber.
Taxonomie und der Name „Gloriosum plowmanii"
Der bisherige Shop-Name „Philodendron Gloriosum plowmanii" führt zwei unterschiedliche Pflanzen unzulässig zusammen. Philodendron gloriosum André wurde 1876 in L'Illustration Horticole (Ill. Hort. 23: 194) gültig erstbeschrieben und ist eine eigenständige, klar definierte Art. Philodendron plowmanii dagegen ist bislang nicht gültig publiziert: In den offiziellen Nomenklatur-Datenbanken (IPNI) existiert kein veröffentlichter Artname, korrekt wird die Pflanze als Philodendron plowmanii Croat, ined. geführt. Das Kürzel „ined." (ineditus) bedeutet, dass es sich um einen noch unveröffentlichten Manuskriptnamen handelt — eine unbeschriebene Art aus Peru und Ecuador, die noch auf ihre formale Beschreibung durch den Aroid-Botaniker Dr. Thomas B. Croat vom Missouri Botanical Garden wartet.
Das Epitheton „plowmanii" ehrt den 1989 verstorbenen Botaniker Timothy Charles Plowman (1944–1989). Croat hat unter diesem Namen bereits andere Aronstabgewächse publiziert, etwa Anthurium plowmanii, für den Philodendron steht die Publikation aber noch aus. Genau diese Kombination macht die Pflanze für Sammler interessant: eine begehrte, im Handel etablierte Art, die botanisch noch keinen endgültigen Namen trägt. Zu beachten ist außerdem, dass unter der Handelsbezeichnung „P. plowmanii" möglicherweise mehr als eine eigenständige, unbeschriebene Art zusammengefasst wird — eine abschließende Klärung liefert erst die formale Bearbeitung.
Warum es sich um den plowmanii-Typ handelt
Dass die hier angebotene Pflanze der plowmanii-Typ und nicht P. gloriosum ist, lässt sich an klaren morphologischen Merkmalen ablesen. P. gloriosum besitzt tief samtige, matte Blätter mit leuchtend weißen bis cremefarbenen Kontrastadern und runde, dicht behaarte Blattstiele. P. plowmanii zeigt dagegen halbglänzende, lederartige und tief gesteppte Blätter mit eingesunkenen, grünen (nicht weiß kontrastierenden) Adern sowie den charakteristisch D-förmigen, stark gerüschten und geflügelten Blattstiel. Beide Arten wachsen kriechend und bilden große herzförmige Blätter, weshalb vor allem Jungpflanzen im Handel verwechselt werden — die Blattstiel- und Texturmerkmale trennen sie jedoch zuverlässig.
Natürliches Vorkommen und Habitat
Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in den tropischen Regenwäldern von Ecuador und Peru. Zur Höhenlage variieren die Angaben deutlich: Quellen berichten Vorkommen einerseits zwischen etwa 500 und 1.200 Metern, andererseits in höheren Bergregenwäldern zwischen rund 1.000 und 2.500 Metern über dem Meeresspiegel. Die Art wächst terrestrisch im schattigen Unterholz (Understory) des feuchten Regenwaldes. Der Boden ist dort dauerhaft feucht und sehr reich an organischem Material wie verrottendem Laub und Humus, ohne jedoch Staunässe zu bilden. Mit ihrem kriechenden Stamm breitet sich die Pflanze über den Waldboden aus und nimmt Nährstoffe aus den obersten, humusreichen Schichten auf.
Blätter und Erscheinungsbild
Die Blätter sind breit herzförmig (cordat) bis lang-oval und bilden ein bodennahes, ausladendes Blätterdach. Ihre Textur ist subcoriaceos, also etwas dünner als klassisch ledriges Gewebe, und halbglänzend. Auffällig ist die starke Reliefwirkung: Die seitlichen Blattadern liegen auf der Oberseite tief eingesunken (deeply quilted) und treten auf der Unterseite erhaben hervor. Die Unterseite ist blass gelb- bis graugrün gefärbt und häufig rötlich überhaucht. Junge Blätter entfalten sich zunächst in rötlich-braunen oder blassgrünen Tönen und dunkeln mit der Reife zu sattem Dunkelgrün nach. Ein häufiges Merkmal sind unregelmäßige silbergraue Sprenkel zwischen den Hauptadern. Die Blattmaße hängen stark von den Bedingungen ab: In Kultur werden Längen von etwa 50 bis 70 cm genannt, im natürlichen Habitat unter optimalen Bedingungen bis zu 60 bis 90 cm.
Blattstiele und Wuchsform
Das markanteste Merkmal ist der Blattstiel (Petiolus). Er weicht von der runden Norm ab und ist im Querschnitt scharf D-förmig, mit breit gewölbter Oberseite und flacherer Unterseite. Seine Ränder sind stark gerüscht, gewellt und geflügelt; zum Übergang in die Blattspreite hin sind sie besonders intensiv gewellt und rötlich, rosa oder burgunderfarben getönt. Wichtig zu wissen: Transportstress, trockene Luft oder ein stark juveniles Stadium können diese Rüschen vorübergehend abflachen — voll ausgeprägt zeigt sich das Merkmal erst bei gut etabliertem, gleichmäßigem Wachstum. Der Wuchs ist repent, also kriechend: Der Stamm klettert nicht an Bäumen empor, sondern breitet sich horizontal über das Substrat aus. Die Internodien sind kurz, die Wachstumsknoten (Nodien) liegen dicht beieinander, und aus jedem Nodium entspringen sowohl kräftige Wurzeln zur Verankerung als auch die Blattstiele. In Zimmerkultur erreicht die Pflanze etwa 60 cm Höhe bei einer horizontalen Ausbreitung von bis zu 180 cm. Blütenstände aus Spatha (Hüllblatt) und Spadix (Blütenkolben) bildet die Art in der Zimmerkultur nur äußerst selten; im Vordergrund steht klar das Laub.
Standort, Licht und Klima
Am Standort braucht P. plowmanii helles, indirektes oder gefiltertes Licht; als Richtwert werden etwa 10.000 bis 20.000 Lux auf Blatthöhe genannt. Direkte Mittagssonne durch ungeschirmtes Fensterglas muss vermieden werden, da sie das Blattgewebe schädigt und zu verbrannten Rändern führt. Ein Platz nahe einem Ostfenster oder hinter einem lichtdurchlässigen Vorhang bietet gute Bedingungen. Da sich die kriechenden Stiele stark zur stärksten Lichtquelle neigen, sorgt regelmäßiges Drehen des Topfes für gleichmäßigen Wuchs. Die Tagestemperatur liegt ideal zwischen 22 und 28 °C, nachts darf sie auf 18 bis 20 °C absinken; als kritische Untergrenze gelten 15 °C, darunter droht Kältestress und bei nasser Erde Fäulnis. Bei der Luftfeuchte gehen die Empfehlungen auseinander: Genannt werden konstant über 70 %, ein Bereich von 50 bis 60 % sowie Erfahrungsberichte, wonach sich die Pflanze bei passender Bewässerung auch an 25 bis 40 % anpasst. Wichtiger als der genaue Prozentwert ist eine leichte Luftbewegung, denn in den gerüschten Blattstielen sammelt sich nach dem Gießen Wasser, das ohne Zirkulation Fäulnis begünstigen kann.
Substrat und Anbaumethoden
Wegen der kriechenden Wuchsform ist die Gefäßwahl entscheidend: P. plowmanii braucht einen breiten, flachen Topf, damit sich das Rhizom horizontal ausbreiten kann. Tiefe, schmale Töpfe sind ein häufiger Pflegefehler, weil sich in den unteren, wurzelfreien Zonen Wasser staut und den aufliegenden Stamm zum Faulen bringt. Das Rhizom darf nie vollständig eingegraben werden, sondern liegt auf der Oberfläche auf oder wird nur teilweise bedeckt.
Als Substrat eignet sich ein lockerer, grob strukturierter und schnell abtrocknender Aroid-Mix mit leichter Feuchtigkeitspufferung — eine genannte Mischung besteht aus etwa 40 % Torf, 30 % Perlit, 20 % Pinienrinde und 10 % Aktivkohle, der pH-Wert sollte leicht sauer bei 5,5 bis 6,5 liegen. Auch in mineralischen Semi-Hydro-Systemen wie Blähton (LECA) oder Pon gedeiht die Art gut, da die kräftigen Wurzeln die sauerstoffreiche, feuchte Umgebung gut annehmen; in der Übergangsphase muss das empfindliche Rhizom oberhalb der permanenten Feuchtigkeitszone sitzen. Als reine Kriechpflanze benötigt sie keine Kletterhilfe. Bietet man dennoch eine feuchte Moos- oder Kokosstange an, kann der Kontakt der Luftwurzeln zu dieser Struktur größere und plastischere Folgeblätter anregen.
Düngung und Bewässerung
Die Pflanze bildet viel Blattmasse und wird ausschließlich in der aktiven Wachstumsphase gedüngt, um eine Salzanreicherung im Substrat zu vermeiden, die die Blattränder verbrennen würde. In Erde und Substrat wird von Frühjahr bis Anfang Oktober ein ausgewogener Flüssigdünger verdünnt gegeben — je nach Quelle alle vier bis sechs Wochen oder in halber Konzentration bei jedem zweiten Gießen. In Semi-Hydrokultur ist eine vollständige Nährlösung nötig, etwa im Verhältnis NPK 3-2-3 bei jedem Gießintervall.
Gegossen wird nach Abtrocknung, nicht nach Kalender: erst dann, wenn die oberen rund 30 bis 50 % des Topfvolumens (etwa die oberen 2 bis 3 cm) trocken sind. In der Praxis bedeutet das im Sommer meist alle 5 bis 7 Tage, im Winter alle 10 bis 14 Tage. Überschüssiges Wasser im Untersetzer sollte nach spätestens 30 Minuten entfernt werden. Dank ihres dicken Rhizoms verträgt die Art kurze Trockenphasen und bevorzugt diese sogar gegenüber dauerhafter Nässe, reagiert aber empfindlich auf Staunässe. Zimmerwarmes Leitungswasser wird in der Regel gut vertragen; in Regionen mit stark kalkhaltigem Wasser kann auf Regen- oder destilliertes Wasser zurückgegriffen werden.
Vermehrung
Die Vermehrung ist unkompliziert und erfolgt über Teilung des Rhizoms beziehungsweise Stammstecklinge. Dabei wird der horizontale Stamm in Segmente geteilt, wobei jedes Teilstück zwingend eine vitale Wachstumsknospe besitzen muss. Stecklinge mit bereits vorhandenen Luft- oder Bodenwurzeln wachsen deutlich schneller an. Der Schnitt erfolgt mit sterilem Werkzeug, um die großen Schnittflächen vor Infektionen zu schützen. Bewurzelt wird direkt in lockerem Erdmix, in Wasser oder in Sphagnum-Moos; die höchsten Erfolgsquoten ergeben sich in den Wachstumsmonaten von Frühjahr und Sommer.
Toxizität für Mensch und Tier
Wie alle Aronstabgewächse bildet auch P. plowmanii unlösliche Calciumoxalat-Kristalle, sogenannte Raphiden, die in spezialisierten Zellen gespeichert sind. Beim Zerkauen von Blättern oder Stielen werden diese mikroskopisch feinen, nadelförmigen Kristalle freigesetzt und dringen mechanisch in die Schleimhäute von Mund, Rachen und Magen-Darm-Trakt ein. Die ASPCA stuft die Pflanze als giftig für Hunde und Katzen ein. Typische Symptome sind sofortiger Schmerz und Brennen im Maul, starker Speichelfluss, Würgen, Erbrechen, Appetitverlust und Schluckbeschwerden; in seltenen Fällen kann eine Schwellung im Rachenraum zu Atembeschwerden führen. Als Erste-Hilfe-Maßnahme wird empfohlen, die Pflanze außer Reichweite zu bringen; kleine Mengen kalziumhaltiger Flüssigkeit wie Milch oder Joghurt (ohne Xylitol) können die Reizung im Maul lindern. Erbrechen sollte nicht künstlich herbeigeführt werden, da die Kristalle dabei weiteren Schaden anrichten. Langfristige Organschäden sind durch die Raphiden allein in der Regel nicht zu erwarten; bei starkem Würgen, Schwellungen oder Atemnot ist jedoch eine tierärztliche Abklärung nötig. Diese Angaben dienen der Information und ersetzen keine fachliche Beratung.
Häufige Probleme und Schädlinge
Das gravierendste Problem ist die Rhizomfäule: Wird der kriechende Stamm vergraben oder dauerhaft nass gehalten, wird das Gewebe dunkel, weich und faulig. Die einzige Gegenmaßnahme ist das saubere Herausschneiden aller faulenden Stellen bis ins feste Gewebe, gefolgt von einem Neuaufsetzen des intakten Rhizoms auf frisches, luftiges Substrat. Die stark gerüschten Blattstiele bilden geschützte Nischen, in denen sich Schmierläuse, Schildläuse und Thripse leicht verstecken; eine Behandlung mit Neemöl oder insektizider Seife muss deshalb gezielt in jede Falte eingearbeitet werden, da oberflächliches Besprühen die versteckten Tiere nicht erreicht. Spinnmilben bevorzugen dagegen die Blattunterseiten und zeigen sich durch eine feine, punktuelle Aufhellung der Blätter. Trockene, nekrotische Blattränder entstehen meist durch ungleichmäßige Feuchtigkeit, Salzanreicherung im Substrat oder direkte Sonne; sie lassen sich durch angepasstes Gießen, gelegentliches Durchspülen des Substrats und eine bessere Lichtposition vermeiden.
Abgrenzung zu gloriosum, mamei und pastazanum
P. plowmanii wird regelmäßig mit anderen kriechenden Philodendren verwechselt. Gegenüber Philodendron gloriosum unterscheidet er sich durch die Blatttextur und den Blattstiel: P. gloriosum hat matt-samtige Blätter mit leuchtend weißen Kontrastadern und runde, dicht behaarte Stiele, P. plowmanii dagegen halbglänzende, gesteppte Blätter mit grünen, eingesunkenen Adern und D-förmige, gerüschte Stiele. Von Philodendron mamei — der ebenfalls silbergraue Sprenkel zeigen kann — trennt ihn der Blattstiel: Bei P. mamei sind die Rüschen eher flach, bei P. plowmanii scharf ausgeprägt, stark geflügelt und D-förmig; zudem ist die Silberzeichnung bei P. mamei ein stabiles Artmerkmal, während sie bei reinen Wildformen von P. plowmanii oft fehlt. Philodendron pastazanum schließlich besitzt vollständig runde, glatte Blattstiele ohne jede Rüsche und tiefgrüne Blätter ohne silbrige Sprenkel, sodass eine Verwechslung bei genauer Betrachtung ausgeschlossen ist.
CITES und rechtlicher Status
Die Familie der Araceae und die Gattung Philodendron unterliegen derzeit keinen Handelsbeschränkungen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES). Für P. plowmanii sind keine internationalen CITES-Restriktionen und keine dokumentierten nationalen Exportverbote hinterlegt, sodass kultivierte Bestände legal und ohne besondere Herkunftsnachweise gehandelt werden dürfen.
Details & Spezifikationen
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