Baby Alocasia 'Dwarf Amazonica'

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Pflanzengröße

Übertopf

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Beschreibung

Über diese Pflanze

Die Alocasia 'Dwarf Amazonica' ist ein kompakter, gärtnerisch erzeugter Hybrid aus der Familie der Aronstabgewächse (Araceae), der im Handel auch als 'Polly', 'Bambino' oder African Mask Plant geführt wird. Mit einer Wuchshöhe von nur 30 bis 45 cm bleibt sie deutlich kleiner als großblättrige Alocasien und wird deshalb als anfängerfreundliche, vergleichsweise verzeihende Zimmerpflanze für kleine Räume, Schreibtische und Pflanzenregale angeboten. Ihr auffälligstes Merkmal sind die silbrig-weißen, tief eingesenkten Blattadern auf einer matten, fast schwarzgrünen Blattspreite. Wer eine architektonisch wirkende Aroid ohne den Platzbedarf der großen Arten sucht, findet hier einen kompakten Einstieg.

Ein Hybrid, keine Wildart — zur Namensfrage

Botanisch ist die Zuordnung wichtiger, als der Handelsname vermuten lässt. Verkauft wird diese Pflanze vielfach unter der Bezeichnung „Alocasia sanderiana Dwarf Amazonica" — das vermischt jedoch zwei verschiedene Dinge. Bei der angebotenen Pflanze handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht um die Art Alocasia sanderiana, sondern um den gärtnerischen Hybrid Alocasia × amazonica beziehungsweise dessen kompakte Zuchtform. Nach botanischen Quellen sind über 90 % der unter diesem Handelsnamen verkauften Pflanzen kompakte Mutationen des Hybrids ('Polly' oder 'Bambino'), nicht die Wildart selbst.

Der Hybridname Alocasia × amazonica gilt taxonomisch als ungültig (nom. inval.): Die USDA GRIN Taxonomy stufte ihn 2009 als reinen Gartenbaunamen ein, und Kew führt die Pflanze teils als hortikulturelles Synonym des künstlichen Hybrids Alocasia × mortfontanensis — eine Zuordnung, die in der Fachwelt wegen abweichender Elternlinien umstritten ist. Auch das Epitheton „amazonica" führt in die Irre: Keine einzige Alocasia-Art ist im Amazonasgebiet oder in Amerika heimisch; die gesamte Gattung stammt aus Asien und Australasien. Der Name geht schlicht auf die Gärtnerei zurück, in der der Hybrid entstand.

Herkunft und Entstehung

Die Züchtungsgeschichte beginnt in den 1950er Jahren in Miami, Florida. Der Postbeamte und Gärtnereibesitzer Salvadore „Sam" Mauro kreuzte in seiner „Amazon Nursery" mutmaßlich die asiatischen Arten Alocasia sanderiana und Alocasia longiloba 'Watsoniana' und benannte das Ergebnis nach seinem Geschäft — daher der irreführende Zusatz „Amazonica". Der Aroid-Experte John Banta reproduzierte die Kreuzung später und bestätigte damit ihren Ursprung. Die heute vorherrschende Zwergform 'Polly' wurde in den Silver Krome Gardens in Homestead, Florida, von Denis und Bill Rotolante als stabile, kleinere Mutation aus Gewebekulturen isoliert. Die im Shop angebotenen Pflanzen stammen aus Gewebekultur.

Die Elternart Alocasia sanderiana

Ein Teil des Erbguts stammt von Alocasia sanderiana W. Bull, erstbeschrieben 1894 im Katalog des Londoner Gärtners William Bull; das Epitheton ehrt den aus Bremen stammenden Gärtner Henry Frederick Conrad Sander. Diese Angaben betreffen ausdrücklich die Elternart, nicht die hier angebotene Zuchtform. A. sanderiana ist ein strenger Endemit der Philippinen und kommt ausschließlich im Norden der Insel Mindanao vor, wo sie terrestrisch im schattigen Unterwuchs feuchter Tieflandregenwälder wächst. Die Wildart gilt auf der Roten Liste der IUCN als „vom Aussterben bedroht" (Critically Endangered), und das Sammeln wilder Exemplare ist auf den Philippinen streng illegal. Für den hier angebotenen Hybrid gelten diese Schutzbestimmungen ausdrücklich nicht: Er besitzt keine natürlichen Wildpopulationen, keinen IUCN- oder CITES-Status und stammt vollständig aus gärtnerischer Vermehrung. Zum CITES-Status der Wildart selbst ist die Quellenlage uneinheitlich — teils wird sie als Anhang-II-Art geführt, teils als wieder ausgelistet.

Erscheinungsbild

Der Hybrid wächst aufrecht und horstbildend aus einem kompakten, zentralen Rhizom, aus dem die Blätter direkt entspringen. Die Blattstiele stehen steif und aufrecht und hängen nur selten über. Die Blätter sind streng pfeilförmig (sagittat) mit spitzem Apex und deutlich gewellten Rändern. Charakteristisch sind die fünf oder mehr tief eingesenkten, silbrig-weißen Haupt- und Nebenadern, die sich scharf von der matten, waldgrünen bis fast schwarzgrünen Oberseite abheben; die Blattunterseite ist dunkel burgunderrot.

Wichtig für die Unterscheidung von der Wildart: Anders als A. sanderiana zeigt der Hybrid keine echte Peltation — der Blattstiel setzt am Blattrand an, nicht auf der Unterseite — und besitzt fünf oder mehr primäre Venen pro Seite statt der drei bis vier der Art. Auch die Wuchsform unterscheidet sich, aufrecht und horstbildend gegenüber der niederliegenden bis kriechenden Wildart. In Zimmerkultur bleibt die Pflanze mit 30 bis 45 cm kompakt und blüht nur sehr selten; der Blütenstand trägt dann eine gelblich- bis grünlich-weiße Spatha (Hüllblatt). Die besonders kleinblättrige Form 'Bambino' hat die dünnsten Blätter und verliert Feuchtigkeit schneller als andere Alocasia-Formen.

Standort und Pflege

Die 'Dwarf Amazonica' braucht helles, indirektes Licht oder gefilterte Sonne; ihre Photosynthese arbeitet am effizientesten zwischen etwa 1.200 und 2.500 Foot-Candle, also rund 10.000 bis 20.000 Lux. Direkte Sonne verbrennt die Blätter und führt zu nekrotischen Rändern, während dauerhaft zu wenig Licht — über zehn Tage unter etwa 800 Foot-Candle — vergeilte Stiele, kleinere Blätter und einen Wachstumsstopp nach sich zieht. Die Temperatur sollte konstant zwischen 18 und 24 °C liegen; 15 bis 16 °C gelten als absolute Untergrenze, und Zugluft oder abrupte Temperaturwechsel können die Pflanze kollabieren lassen oder in eine Ruhephase zwingen. Die Luftfeuchte hält man am besten zwischen 60 und 80 %; unter 55 % entstehen irreversible braune Blattränder.

Anbaumethoden

Alocasia ist stark anfällig für Wurzelfäule, weshalb jede Kultivierungsmethode für ausreichend Sauerstoff an den Wurzeln sorgen muss. In Semi-Hydrokultur (LECA, Bims, Zeolith) gedeiht die Pflanze sehr gut, da die dicken Nährwurzeln direkten Wasserkontakt in luftigem, inertem Medium bevorzugen. Beim Umstellen wird das organische Substrat vollständig und am besten unter lauwarmem Wasser von den Wurzeln entfernt, da Erdreste im Reservoir faulen; in der Übergangsphase sollte der Wasserstand nur etwa ein Viertel des Topfvolumens (1–2 cm am Boden) betragen, damit die Wurzeln noch Sauerstoff für die Bildung neuer Wasserwurzeln bekommen. Sphagnum-Moos dient dabei weniger als alleiniges Dauersubstrat, sondern vor allem als Deckschicht zur Erhöhung der Luftfeuchte am Wurzelhals und als Medium für die Anzucht von Rhizomknollen.

In Erde braucht die Pflanze einen grob strukturierten, luftdurchlässigen Aroid-Mix aus Rindenstücken, Perlit, Kokosfaser, grobem Bims und etwas Wurmhumus; herkömmliche, torfbasierte Erden verdichten sich, stauen Wasser und ersticken die Wurzeln. Der optimale pH-Wert liegt zwischen 5,5 und 6,5. Gedüngt wird nur in der aktiven Wachstumsphase im Frühling und Sommer: in Erde ein ausbalancierter Flüssigdünger, auf halbe Konzentration verdünnt, alle vier bis sechs Wochen; in Semi-Hydro eine vollständige Nährlösung mit Calcium- und Magnesiumzusatz bei einem Wert von etwa 800 bis 1.000 ppm. Im Winter oder während der Ruhephase wird nicht gedüngt.

Bewässerung

Die 'Dwarf Amazonica' reagiert empfindlich auf vollständiges Austrocknen — trocknet der Wurzelballen ganz durch, können die Blätter innerhalb von rund 48 Stunden zusammenbrechen oder die Pflanze fällt in eine erzwungene Ruhephase. Gegossen wird, sobald die oberen 3 bis 5 cm des Substrats angetrocknet sind, also etwa 30 bis 50 %. Empfohlen wird weiches, zimmerwarmes Wasser wie Regen-, Umkehrosmose- oder destilliertes Wasser, da die Pflanze empfindlich auf angesammelte Mineralien reagiert. Tropft Wasser an den Blattspitzen ab (Guttation), ist das Substrat noch feucht und das Gießintervall sollte verlängert werden.

Vermehrung

Der Hybrid ist steril und bildet keine keimfähigen, artreinen Samen. Vermehrt wird ausschließlich vegetativ, indem man die kleinen Rhizomknollen (Corms) abtrennt, die sich an den Wurzeln bilden. In der kommerziellen Produktion wird die Pflanze über Gewebekultur im Labor massenhaft geklont.

Toxizität für Mensch und Tier

Wie alle Alocasia ist auch die 'Dwarf Amazonica' für Menschen, Hunde, Katzen und andere Kleintiere giftig. Verantwortlich sind vor allem unlösliche Calciumoxalat-Kristalle (Raphiden), die wie feine Nadeln geformt und gebündelt in spezialisierten Zellen (Idioblasten) liegen; hinzu kommen Begleitstoffe wie Prostaglandine, Histamine und proteolytische Enzyme. Beim Kauen platzen die Idioblasten auf und schießen die Nadeln mechanisch in die Schleimhäute von Mund, Zunge und Verdauungstrakt. Typische Symptome bei Hund und Katze sind starkes Brennen im Maul, vermehrter Speichelfluss, Kopfschütteln, Schwellungen von Lippen und Zunge, Würgen und Erbrechen.

Nach Einschätzung von ASPCA und Pet Poison Helpline ist die Reaktion zwar alarmierend, bei richtiger Erster Hilfe aber selten lebensbedrohlich; das Ausspülen des Mauls mit kaltem Wasser oder Milch kann die Oxalate binden. Tierärztliche Behandlung ist nötig, wenn das Erbrechen anhält, eine starke allergische Reaktion auftritt oder — in seltenen Fällen — die oberen Atemwege anschwellen. Halte die Pflanze sicherheitshalber außer Reichweite von Haustieren und Kindern.

Häufige Probleme und Schädlinge

Das mit Abstand häufigste Problem ist Wurzelfäule, meist ausgelöst durch Staunässe, schwere torfhaltige Erde oder zu große Töpfe, die den Wurzeln Sauerstoff entziehen; erkennbar an weichen, faulig riechenden Stängelbasen und rasch vergilbenden unteren Blättern. An Schädlingen treten vor allem Spinnmilben, Thripse, Schmierläuse und Blattläuse auf. Regelmäßiges Abwischen der Blätter mit einem feuchten Tuch und gelegentliches Abduschen mit lauwarmem Wasser beugen vor; bei akutem Befall helfen eine sanfte insektizide Seifenlösung oder Neemöl.

Was diese Pflanze auszeichnet

Das prägende Merkmal der 'Dwarf Amazonica' ist der Kontrast ihrer Blätter: tief eingesenkte, silbrig-weiße Adern auf einer matten, fast schwarzgrünen Spreite mit stark gewellten Rändern. In Verbindung mit dem aufrechten, kompakten Wuchs ergibt das eine architektonisch wirkende Pflanze, die auch auf wenig Raum Wirkung entfaltet — und die sich durch fünf oder mehr Blattadern und den fehlenden echten Schildansatz klar von ihrer bedrohten Elternart Alocasia sanderiana unterscheiden lässt.

Details & Spezifikationen

Topfgröße

5 cm

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